Lohnpfändung

Kommt der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach, kann sein Lohn oder das Gehalt gepfändet werden. Lohnpfändung und Gehaltspfändung - Informationen für Gläubiger und Schuldner.

Wie entsteht eine Situation, daß beim Schuldner Lohn oder Gehalt gepfändet werden?


Eine Lohn- oder Gehaltspfändung kann jeden treffen, der es mit seinen Zahlungsverpflichtungen nicht so genau nahm, also aus Nachlässigkeit vielleicht die Übersicht verlor oder aus anderen Gründen, wie z. B. durch ein unvorhersehbares Ereignis Ausgaben zu tätigen hatte, die sein Einkommen und seine Rücklagen überschreiten.

Sind auch Ratenzahlungen nach eigenem Ermessen nicht möglich oder werden auch diese trotz Vereinbarung nicht vorgenommen, hat ein Gläubiger, also derjenige der eine Zahlung rechtmäßig erwartet, nach Ablauf vorschriftsmäßig gesetzter Zahlungsfristen die Möglichkeit, den Schuldner zu verklagen, um einen vollstreckbaren Titel zwecks Lohn- oder Gehaltspfändung zu erhalten. Ein solches Vorgehen kommt auch zum Tragen, wenn sich ein Schuldner bewusst seiner Zahlungsverpflichtung zu entziehen versucht.

Der Titel, in diesem Fall der Pfändungsbeschluss wird vom Gläubiger dem zuständigen Amtgericht zugestellt und die Pfändung beantragt. Das Amtsgericht wird sich nachfolgend direkt an den Arbeitgeber des Schuldners wenden, um die Pfändung einzuleiten. Das Recht zur direkten Lohnpfändung auf Arbeitgeberebene wurde im § 240 der Zivilprozessordnung festgelegt. Der Arbeitgeber wird dann im Zuge der Lohn- bzw. Gehaltszahlung die von ihm zu berechnende Summe an den Gläubiger abführen.

Wie geht eine Lohn- oder Gehaltspfändung von statten?


Liegt die Höhe der vom Schuldner zu zahlenden Summe unterhalb der vom Lohn pfändbaren Summe, wird diese insgesamt abgeführt werden und der Vorgang beendet. Liegt die Höhe allerdings darüber und die Pfändungen erstrecken sich über mehrere Lohnzahlungen, wird die pfändbare Summe in der Regel voll ausgeschöpft. Nun ist es nicht so, dass einem Schuldner praktisch das gesamte Einkommen entzogen werden kann. Dem Schuldner steht ein variierender Betrag zu, der konkret berechnet werden muss und nicht pfändungsfähig ist. Dabei spielen z. B. Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Ehegatten, Kindern oder anderen zum Haushalt gehörenden Personen eine Rolle. Dazu werden die Steuerklasse und der Kinderfreibetrag zu Rate gezogen. Weiterhin muss der Schuldner über einen gewissen Selbstbehalt zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhaltes verfügen können. Hierbei sind sämtliche finanzielle Verpflichtungen, wie Miete, Versicherungen, Telefonkosten, Kosten für medizinische Versorgung, Kosten für den Weg zur Arbeit sowie die persönliche Versorgung und Verpflegung zu berücksichtigen.

Auch sind nicht alle Zahlungen des Arbeitgebers pfändbar. Dies trifft u. a. auf Weihnachts- und Urlaubsgeld zu oder auch auf Erschwerniszulagen. Keinesfalls sollte ein Arbeitnehmer, von dessen Lohn eine gewisse Summe gepfändet wurde, die vom Arbeitgeber berechnete Summe ohne Überprüfung hinnehmen, um nicht durch einen solchen Umstand vielleicht in erneute Schwierigkeiten gedrängt zu werden, da das verbleibende Geld zum bestreiten des Lebensunterhalts evtl. nicht ausreichen kann.

Welche Nachteile können durch eine Lohn- oder Gehaltspfändung entstehen?


Leider kann eine Lohnpfändung, neben den ohnehin mit dem Gläubiger und dem Gericht entstandenen, auch Probleme im Arbeitsbereich bewirken. Befindet sich der Schuldner z. B. in einer betrieblichen Vertrauensposition durch den Umgang mit finanziellen Mitteln, sehen Arbeitgeber nicht selten durch das Ergehen von Pfändungsbeschlüssen Grund zum Misstrauen und der Betreffende wird auf eine andere, weniger verantwortungsvolle und in diesem Zuge geringer entlohnte Stelle versetzt. Teilweise führt ein solcher Umstand sogar zur Aufhebung des Arbeitsverhältnisses, was für den Schuldner besonders bitter sein dürfte, da er dann bis zur Wiederaufnahme einer Tätigkeit kaum in der Lage sein wird, seine Schuld zu begleichen, die Forderungen damit aber nicht erlassen werden.

Was ist zu raten, damit eine Lohn- oder Gehaltspfändung vermieden werden kann?


Es ist also jedem zu empfehlen, seine finanziellen Möglichkeiten konsequent im Auge zu behalten und auf vermeidbare Zahlungsverpflichtungen, die durch fehlendes Einkommen nicht abgesichert wären, zu verzichten. Allerdings kommt es im Leben oft genug zu Situationen, die weder geplant, noch vorauszusehen waren und jemand, der so zum Schuldner wurde, sollte eine Lohnpfändung auch als Hilfe zur Tilgung seiner Schulden betrachten.

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Tags: Pfändung, Vollstreckung, Lohnpfändung, Schulden, Schuldner, Gläubiger, Lohn, Gehalt

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